Amor vincit omnia

Als noch alles in Bewegung und in Gärung war, überraschte mich der Architekt mit der Idee, an der Fassade der Villa Maraini ein Gerüst aufzubauen. Das Auf- und Niedersteigen, während 100 Jahren dem Innern des Hauses vorbehalten, wurde jetzt zum Thema auf der Aussenhaut. Zuerst der Strasse zugewandt, auf der Schattseite, sollte man den zum Antasten nahen steinernen Wänden entlang auf die offene Dachterrasse mit Blick auf die Stadt gelangen. Oeffentliche Gesetze, Vorschriften, Reglemente, Bestimmungen indessen machten die Verwirklichung dieses Gedankens unmöglich. Das Gerüst wurde auf die Sonnseite verlegt, in den Garten, dem Blick der Vorübergehenden durch stattliche Palmen und Pinien entzogen. Ausgehend vom „Baugerüst“ sprachen wir vom „Gerüst“, aber ausschliesslich der eigenen Schönheit und dem Gedanken des Aufsteigens zum Himmel und des Herabsteigens zur Erde verpflichtet, entspricht ihm eher der Begriff des „Gestells“. (Fortsetzung nächstes Bild)