Il Tempietto

Das Projekt bezieht sich direkt auf Bramantes kleinen dorischen Rundtempel San Pietro in Montorio, genannt il Tempietto, welcher im Zentrum eine ca. 45 cm große Öffnung im Boden aufweist. Diese Öffnung schafft eine visuelle und akustische Verbindung zur Krypta. Dort befindet sich ein Loch im Boden, welches einer heute widerlegten Legende zu Folge diejenige Stelle markiert, an welcher der Apostel Petrus gekreuzigt worden sein soll. Die Frage, die ich mir stellte war, ob sich durch die Reproduktion solcher Öffnungen im Pavillonatelier auch die tempelartige Stimmung des Tempietto reproduzieren ließe.

Tatsächlich hat sich die Stimmung im Pavillon drastisch verändert. Die Konzentration, welche ich als arbeitender Mensch im Atelier erlebt hatte, war nun unausweichlich spürbar, einerseits ganz unmittelbar, da man sich konzentrieren musste, um nicht in das Loch zu treten, andererseits auch im übertragenen Sinn als konzentrisches Drehen um das Zentrum. Dieses Gefühl der Konzentration wurde durch die Öffnung im Dach verstärkt, da der Blick vom Gefahrenherd, dem Loch im Boden, abgelenkt wurde. Die Öffnung im Dach hatte zudem aus technischer Sicht eine irritierende Attraktivität, denn ein Hauptträger war durchtrennt. (Fortsetzung nächstes Bild)