Poetry makes nothing happen

Wie eingangs erwähnt, lag mir jedoch aus künstlerischer Sicht viel daran, den Bau als eigenständiges zweckbefreites Werk zu realisieren. Die Form des Baus ist deshalb bildhauerisch gedacht. Wie oben dargelegt, steht der Gerüstturm explizit nicht am fraglichen Ort, sondern rahmt diesen auf zwei Seiten ein und bildet somit über dem eigentlichen Ort einen Leerraum. Für die Besucher blieb also trotz der vertikalen räumlichen Erfahrung der eigentliche Ort unzugänglich.

Diese, man könnte sagen ketzerische Haltung, welche im Prinzip die wissenschaftliche Versuchsanordnung unterläuft, verkörpert jene für die Kunst unerlässliche Freiheit. Sie wird in dieser Arbeit auch durch den Titel Poetry makes nothing happen ausgedrückt, der einem Gedicht des britischen Autoren W. H. Auden entlehn ist. Der Titel gibt einen eindeutigen Hinweis auf den nicht-wissenschaftlichen, poetischen Charakter der Arbeit, die keinen Zweck hat und Nichts bewirkt. Das Nichts wird durch die Leere über dem Ausstellungspavillon ausgedrückt, durch die Leere, die vor und nach dem Projekt den Ort beherrscht, aber auch durch den Leerlauf der Massen, die den am falschen Ort befindlichen Turm sinnlos bestiegen.

(Fortsetzung nächstes Bild)